Am 28.02.2019 schrieb ich „Während ich diese Zeilen schreibe…“ und nun kommt „wie es weiter gegangen ist“:

Es handelte und handelt sich immer noch bei der Ursache meiner Trauer um die Erkrankung und nun auch den Tod eines mir nahestehenden Menschen. Die Krankheit, die ihren Beginn wohl schon etwas eher hatte, hat knappe drei Monate gedauert und war in ihrer Prognose von vorneherein fast eindeutig. Das schlimme daran war, dass das Gehirn des Menschen betroffen war und somit ein Abschiednehmen in Gesprächen nicht möglich war.

Für wen ist das nun am Schlimmsten?

Für den Betroffenen? Für uns, als Zugehörige, Angehörige, Freunde? Die Frage lässt sich wohl nicht beantworten. Dies ist auch nicht (mehr) so wichtig.

Wie ist es mir ergangen?

Ich habe auch hier wieder gemerkt, dass zum einen alles durcheinander kommt: die Gedanken, die Abläufe, Menschen, die nur aufgrund dieser Situation neu in mein Leben getreten sind. Gleichzeitig ändert sich aber auch die Gefühlslage, manchmal so schnell wie das Aprilwetter, manchmal so langsam und schleichend, dass ich es nur rückblickend wahrnehme.

Von dem Gefühl, dass dies unfassbar ist, über Unverständnis bis hin zur Erleichterung habe ich alles wieder selbst erlebt und gespürt. Und auch viel Dankbarkeit! Dankbarkeit den Menschen gegenüber, denen ich mich öffnen konnte und die mir zugehört haben. Dankbarkeit gegenüber all denen, die sehr viel, so viel für unser „Sorgenkind“ getan haben. Ihn besucht haben, trotz der allgegenwärtigen Sprachlosigkeit. (Das Sprachvermögen war fast das erste, was aufgrund der Erkrankung verloren ging.)

Und nun?

Ich lasse weiter alles auf mich zukommen und nehme es erstmal an und dies ist schon so viel wert. Unterdrücken möchte ich nichts mehr, es kostet nur Kraft, unnötige Kraft und helfen tut dies nicht.

Annehmen ohne zu akzeptieren oder vielleicht auch annehmen und akzeptieren?