Heute ist der 10.10.2020 und es ist für Kinderwunschcoach Franziska Ferber (www.kindersehnsucht.de) der zehnte Jahrestag ihres Abschiedes vom Kinderwunsch.

Mein zehnter Jahrestag ist am 31.01.2021, also gar nicht mehr so weit entfernt.

Franziska veröffentlichte heute einen Artikel bei Facebook (und einen Newsletter), in dem sie ihren Weg der letzten zehn Jahre kurz beschreibt. Sie habe anfangs das Gefühl gehabt, auf einem Kontinent zu stehen und zu wissen, dass sie zu einem anderen möchte. Sie wusste nicht genau, wo der andere Kontinent liegt und wie sie dahin kommen sollte, beschreibt sie in ihrem Artikel.

In der Zeit, in der sie sich auf den Weg, auf ihren Weg machte, machte ich das, was ich am besten konnte. Ich arbeitete und kümmerte mich nicht um mich, meine Trauer, mein Entsetzen, meine Angst vor der Zukunft und wie ich sie kinderlos erleben würde.

Franziska hat dann ja sehr schnell festgestellt, dass sie anderen Frauen beistehen möchte, da sie selbst keinen Beistand erfahren hatte. So wurde sie Kinderwunschcoach.

Einige Jahre später, es muss 2014 oder 2015 gewesen sein, bin ich dann zufällig auf Franziska im Internet gestoßen. Zufällig??? Nein, heute weiss ich, dass es keine Zufälle gibt und Franziska dann auch gerne sagt: „Es fällt einem zu, was fällig ist.“

Denn unterdessen hatte sich meine Trauer, die ich ja nicht zugelassen hatte, in einer sehr deprimierenden Art und Weise Gehör verschafft, ich konnte nicht mehr und lag im übertragenen Sinne am Boden.

Wir hatten einige gemeinsame Sitzungen und ich habe zwei oder drei Kurse bei ihr gebucht. Dies war der Beginn meines neuen Umgangs mit meinem Verlust. Zum ersten Mal konnte ich darüber sprechen, sie wertete nicht, verglich nicht, speiste mich nicht mit Floskeln ab.
Sie war zartfühlend und unterstützend, damit ich nun meinen Weg suchen und finden konnte. Dabei erarbeiteten wir auch Wege, wie ich wieder Glück, Freude und das Gefühl von Vollständigkeit in mein Leben bringen konnte. Nochmals beste und tollste Franziska, vielen, vielen Dank für dein Da-Sein!

Hätten wir uns direkt vor zehn Jahren kennengelernt, wäre sie noch nicht weit genug auf ihrem Weg gewesen und ich wäre noch nicht verzweifelt genug gewesen. So war der Zeitpunkt unseres Kennenlernens bestimmt auch kein Zufall, da bin ich sicher.

Nun scheinen Jahrestage ja oft ein Grund zum Feiern zu sein. Die Endgültigkeit der Kinderlosigkeit ist für mich zwar kein Grund zum Feiern, aber was Franziska und ich, jede auf ihre Art und Weise aus diesem Schicksal gemacht haben, ist wahrlich ein Grund zum Feiern.

Auf die nächsten schönen zehn Jahre!!!

Ulrike